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Elf Angehende Notfallsanitäter des DRK Nienburg üben unter Realbedingungen mit der Feuerwehr

Die dreijährige Berufsausbildung der Notfallsanitäter findet grundsätzlich in Form von Blockunterricht an einer Rettungsschule, in der Klinik und auf der Rettungswache statt. Zwischendurch kommen Fachunterrichte und Ausbildungsabschnitte in Kliniken und auf Rettungswachen hinzu. Ziel ist es, die Auszubildenden auf das Examen sowie auf den Beruf genau vorzubereiten. Hierzu wurde die Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr im ländlichen Raum geübt. Das Verständnis für Aufbau und Ablauf in den den mehrheitlich ehreamtlich strukturieten Freiwilligen Feuerwehren war ein besonderer Fokus.

Ein Teil dieser Ausbildung war der Ausbildungstag 2022, der vergangenen Samstag am 28.05.2022 in Drakenburg stattfand. „Wir haben ein halbes Jahr intensiver Planung in diesen Tag gesteckt!“ sagte Praxisleiter Sascha Manthey vom DRK Nienburg. Erstmalig wurde dieser Tag 2019 durchgeführt und sollte jedes Jahr stattfinden, bis Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Zu Beginn des Tages erhielten die Teilnehmer eine Fortbildung zum Thema Traumamanagement. Anschließend wurden die Teilnehmer, die aus den drei Ausbildungsjahren bestehen, in gemischte Gruppen eingeteilt. Ziel war es, das jeder von jedem Lernen konnte und man sich gegenseitig unterstützte. Begleitet wurde jedes Team von den Praxisanleitern und Notarzt Oliver Steitz der ebenfalls beratend zur Seite stand. In verschiedenen Fällen mussten die Auszubildenden Unfallszenarien abarbeiten.

Gestartet wurde bei den Fallbeispielen mit einem gestürzten Mountainbiker, der bei einem Sprung stürzte und in die Tiefe fiel und sich dabei schwere Verletzungen zugezogen hat. Der Mountainbiker musste mit einer Schleifkorbtrage über Steckleitern aus seiner misslichen Lage gerettet werden.

Für den zweiten Durchgang, bei dem ein anderes Team zum Einsatz kam, wurde ein Herzinfarkt auf einem Dachboden simuliert. Hierbei kam erschwerend der enge Zugang zum Patienten sowie der mit vielen Dingen vollstehende Dachboden hinzu. Nachdem der Patient Kreislaustabil war, konnte er mit Unterstützung der Feuerwehr vom Dachboden gerettet werden.

Die dritte Fallsituation stellte einen LKW-Fahrer da, der über einen akuten Bandscheibenvorfall klagte. Das Team mit angehenden Notfallsanitätern mussten zuerst den Patienten stabilisieren und zeitgleich die Rettung aus der Fahrerkabine planen. In guter Zusammenarbeit wurde die Person über die Rettungsbühne und mit viel Manpower schonend gerettet und zur weiteren Versorgung einem Krankenhaus zugeführt. Im vierten und vorletzten Durchgang musste ein verunfallter Fußgänger, der von einem LKW überrollt und eingeklemmt wurde, versorgt und gerettet werden. Auch hier mussten die angehenden Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen den Patienten unter erschwerten Bedingungen versorgen und zeitgleich die Rettung mit der Feuerwehr abstimmen.

Die letzte Fallsituation sollte nicht nur die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr festigen, sondern auch die Zusammenarbeit mehrerer Rettungsteams und Hilfsorganisationen an einem Schadensort. Hierzu wurde ein Team zu einer zunächst unklaren Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gerufen. Da die Einsatzstelle zu Beginn nicht sicher war, ging der Eigenschutz vor und es musste die Polizei hinzugezogen werden.Nach Sicherung der Einsatzstelle wurde der Bereich, welcher in einem Keller lag betreten. Dort waren mehrere Personen auf Hilfe angewiesen, sodass alle Rettungsteams sukzessive im Einsatz waren. Nach jeder abgearbeiteten Lage fand eine Nachbesprechung statt.

Zum einen gaben die Praxisanleiter hilfreiche Tipps aus dem Rettungsdienstalltag sowie eine fachliche Einschätzung des Notarztes. Aber auch die Teams selbst konnten von ihrem Eindruck berichten. Am Ende dieses Ausbildungstages zeigten sich alle Teilnehmer des Rettungsdienstes und der Feuerwehr zufrieden. „Es ist immer wichtig zu wissen, wie jede Hilfsorganisation arbeitet und welche Möglichkeiten bestehen!“ war der einheitliche Tenor. Auch die Praxisausbilder um Sascha Manthey sowie Notarzt Oliver Steitz waren mit den geleisteten Arbeiten zufrieden. „Auch wenn Fehler gemacht wurden, so sind solche Ausbildungseinheiten wichtig. Fehler aufdecken und im Nachgang abzustellen, ist das Ziel. Das DRK sowie die Feuerwehr Drakenburg waren sich einig, solche Maßnahmen auch in Zukunft gemeinsam durchzuführen. Auch in den kommenden Jahren plant das Deutsche Rote Kreuz solche Ausbildungstage mit jeweils 12 Auszubildenden. Die Kosten werden vom Deutschen Roten Kreuz selbst getragen.

 

Text: Sascha Manthey

Bild: A. Nolting DRK Nienburg